
St.Alban zum Aechten Feuer e.V.
Großloge Alte Freie und Angenommene Maurer von Deutschland (AFuAMvD)
Matrikel-Nummer 150a
Vereinsregister VR200192 Amtsgericht Walsrode
Eine Freimaurerloge in dem kleinen Städtchen Hoya war schon 1786 verwunderlich und ist auch heute noch bemerkenswert.
Die Loge „St. Alban zum Æchten Feuer“ wurde 1786 in Hoya als Mitglied des „Eklektischen Bundes“ begründet. Der Eklektische Bund galt damals als modern und aufgeklärt – mit diesen Gedanken erfolgte auch die Wiederbegründung im Jahre 2005, die von Brüdern der Bremer Loge Roland zu den Alten Pflichten unterstützt wurde.
Unsere Loge besteht zurzeit aus etwa 30 Mitgliedern unterschiedlichster Berufe, Weltanschauungen, Altersgruppen, sozialer Herkünfte und politischer Überzeugungen. Diese Mischung bezeichnen wir als „Gemeinschaft Ungleicher“, sie macht die Lebendigkeit einer guten Loge aus und ist Grundlage für einen umfassenden Meinungsaustausch. Der gemeinsame Nenner besteht in den fünf Grundüberzeugungen der Freimaurerei: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Toleranz und Humanität.
Warum dieser Name?
Bei Wiedergründungen von Logen ist es üblich, den alten Namen der Loge zu übernehmen. Der Ursprung des Namens kann nur vermutet werden. St. Alban gab es mehrfach als Schutzpatron der Bauleute, beispielsweise in Mainz und in der Nähe Londons. Dort gibt es auch den gleichnamigen Ort mit der Kathedrale St. Albans, der in der Legendenbildung der Bauleute eine Rolle gespielt hat. Das “Æchte Feuer” dürfte sich darauf beziehen, dass man sich zum Ende des 18. Jahrhunderts, der Gründungszeit unserer Loge, insbesondere von okkulten Verirrungen und Auswüchsen der Freimaurerei lossagte und zu den Wurzeln der Freimaurerei, ihrem eigentlichen Geist, zurückkehrte.
Die Geschichte der Loge im Überblick

In den 1770er Jahren bekommt der Arzt und Freimaurer Dr. Ellisen in Hildesheim ein Logenpatent angeboten, so wie er es nach den freimaurerischen Regelungen zur Gründung einer Loge benötigt. Im 18. Jahrhundert boomt die Freimaurerei, Genehmigungen zum Betrieb von Logen werden verkauft und manche berühmte Zeitgenossen wie beispielsweise Cagliostro oder Casanova verdienen viel Geld mit dem Betrieb obskurer mystischer Gesellschaften oder illustrer Hoflogen. Die Freude am Patent und dem Betrieb der Loge „Zum wahren und aechten Feuer“ währt für Dr. Ellisen allerdings nur kurz: das für viel Geld erkaufte Patent ist nämlich wertlos, der Verkäufer und vermeintliche Professor erweist sich als Betrüger und brennt zu allem Übel auch noch mit der Logenkasse und einem Darlehen durch.
Dann verschlägt es Dr. Ellisen nach Hoya, und hier gelingt es ihm, eine Loge unter fast gleichem Namen zu gründen. Diesmal schliesst er sich der seriösen und fortschrittlichen Großloge des Eklektischen Bundes in Frankfurt an. Die Loge „St. Alban zum Æchten Feuer“ erhält im März 1786 ihr offizielles Patent und gilt mit diesem Tag als offiziell gegründete „vollkommene und gerechte“ Loge.
1796 gründen in Hoya stationierte Offiziere des hannoverschen Observationskorps die Feldloge „St. Johannis zum Degen“. Diese Militärloge arbeitet unter der Konstitution der Provincial-Großloge in Hannover und ist offenbar so attraktiv, dass daneben kein Platz mehr für eine zweite Loge bleibt.
1801 rücken die Truppen wieder ab, die Feldloge löst sich auf und die Hoyaer Loge beginnt ihre Arbeit von Neuem. Sie schließt sich verschiedenen Großlogen an, ihre Entwicklung wird instabil und 1843 werden die Bücher geschlossen – die Loge wird für ruhend erklärt. Ihre Mitglieder zieht es in andere Logen, beispielsweise nach Bremen, Hannover oder auch in die 1815 gegründete Loge „Georg zum Silbernen Einhorn“ nach Nienburg.
Erstaunlich viele Männer aus der Region sind Freimaurer in verschiedenen Logen geworden. Darunter tauchen so bekannte Namen auf wie Johann Beckmann, der den Begriff „Technologie“ prägt und sie als akademisches Lehrfach etabliert. Auch der Abenteurer Justus Erich Bollmann gehört dazu, dem der Schriftsteller Heinrich Albert Oppermann (ein Freimaurer, der etliche Jahre in Hoya lebt) den Roman „Hundert Jahre“ gewidmet hat. Bollmanns Vater, Freund von Alexander von Humboldt, war vermutlich auch Freimaurer. Mit anderen Worten: Hoya und Umgebung waren freimaurerisch alles andere als Provinz.
Im Jahre 2001 wurde ein Suchender aus Hoya in einer bremischen Loge zum Freimaurer aufgenommen. Am Tag seiner Aufnahme erfuhr er zufällig von der Existenz einer Loge in Hoya. Jahre später trug er sich mit dem Gedanken, diese Loge zu reaktivieren. Er konnte sowohl seine Loge in Bremen wie auch die Großloge in Berlin von der Idee überzeugen und brachte sieben Brüder Freimaurermeister zusammen, die zur Gründung einer Loge notwendig sind.
Am 27. Mai 2005 wurde die Loge zunächst als Tochterloge der Bremer Loge „Roland zu den Alten Pflichten“ gegründet. Zwei Jahre später war die Zeit des Aufbaus und der Bewährung beendet und die Loge erhielt im Frühjahr 2007 das Patent der Vereinigten Großlogen von Deutschland. Seitdem ist „St. Alban zum Æchten Feuer“ eine nach den Statuten der Freimaurerei weltweit anerkannte “gerechte und vollkommene” Loge.